Sinnvolle Beschäftigung mit dem Hund

ein Beitrag von Siegfried Epple

Inhalt: 

Allgemeines

Begriff: Sinnvolle Beschäftigung

Spaziergänge/Wanderungen

Nasenarbeit/Schnüffelspaß

Spiele im Garten

Beschäftigung zu Hause

Kong

Schlussworte

Allgemeines:

Dieses Thema biete ich als 2 bis 3teilige Vortragsserie oder als ausführliches Wochenendseminar an. Bei Interesse bitte mit mir Kontakt aufnehmen:

SiegfrTierseite@aol.com 

Der Beitrag auf meiner Homepage ist eine Anregung was man tun könnte, um sich mit seinem Hund oder mit seinen Hunden sinnvoll zu beschäftigen.

Dabei ist die Einbeziehung der eigenen Fantasie und des eigenen Denkens absolut wichtig.  zum Seitenanfang

Begriff: Sinnvolle Beschäftigung:

Sinnvolle Beschäftigung ist ein nützliches, zweckgebundenes Beschäftigen, Befassen oder Auseinandersetzen mit dem Hund und muß für beide nützlich sein.

Daraus ergibt sich ein klares Ziel:

- sensibel den eigenen Hund beobachten - seine Bedürfnisse - seine Besonderheiten

- nach diesen Überlegungen gemeinsam aktiv werden

Konkret müssen somit ua. folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Rasse (und die Besonderheiten der Rasse)
  • Alter des Hundes
  • Gesundheitszustand des Hundes

Je nachdem, wie diese persönliche Analyse ausfällt, werden die Schwerpunkte bei einer sinnvollen Beschäftigung mit Hunden gesetzt.  zum Seitenanfang

Spaziergänge und Wanderungen - Frauchen/Herrchen und Hund sind gemeinsam unterwegs.

Die international bekannte Hundetrainerin Clarissa von Reinhardt (Gründerin von animal learn, Buchautorin) hat in vielen ihrer Bücher, Schriften und Seminaren immer wieder "von gemeinsam unterwegs" gesprochen, wenn sie von Spaziergängen, Wanderungen und sonstigen Unternehmungen mit dem Hund sprach. Die Betonung liegt hier wirklich auf "gemeinsam".

"Gemeinsam unterwegs" habe ich mir mit meinen Hunden schon lange zu eigen gemacht. Es ist ein kommunikatives Spaziergehen, mit Blickkontakten, leichten Berührungen, gemeinsamen Aktionen und Spielaufforderungen.

Ich genieße dabei die Blickkontakte, die ganz unaufgefordert entstehen oder die leichten Berührungen des Hundes, wenn er zu mir zurückkommt und dabei leicht an mir vorbeistreicht. Man achtet gemeinsam aufeinander und genießt einfach "gemeinsam" das Dasein. (Zum Beispiel: Man sollte einmal mitzählen, wie oft der Hund ohne unser Zutun einfach Blickkontakt mit uns aufgenommen hat). Wenn eine gute Bindung zum Hund besteht, wird man überrascht sein, wie oft solch ein Blickkontakt zustande kommt. Gute Bindung hat im übrigen nichts mit gutem Gehorsam zu tun, sondern ist eine Herzens- und Vertrauensangelegenheit.

Gemeinsam unterwegs können auch Aufgaben gelöst werden:

  • Balancieren über Baumstämme oder andere Hindernisse,
  • Sitz auf einem Baumstamm,
  • Klettern usw.

Bei den gemeinsamen Spielen während des "gemeinsam unterwegs sein" sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt:

Ob man nun Leckerchen im Wald, im Gras oder unter Ästen versteckt, oder im Wasser plantscht. Egal: die Natur bietet viele Spiel- und Spaßmöglichkeiten.

Auch das Überprüfen von Abrufkommandos "kehr um" - "auf den Weg" usw. bietet sich an.

Es ist auch schön, einmal gar nichts zu tun, das heißt aber nicht, daß man bei einem solchen Spaziergang nicht mit dem Hund "gemeinsam" unterwegs ist.

Die nachfolgenden Bilder sollen einen kurzen Einblick in diese Beschäftigungsidee geben:



"Sitz" auf einem Baumstamm. zum Seitenanfang

Bildbeschreibung1
Klettern über Baumstämme (auch im Winter möglich - aber aufpassen bei Rutschgefahr) zum Seitenanfang


Klettern über Baumstämme (Vorsicht, daß die Stämme gut liegen - schwere Stämme sind besser geeignet als dünne, leichte und somit lose liegende) zum Seitenanfang


Hier werde ich balancieren zum Seitenanfang

Bildbeschreibung5
Hier ist meine Beute zum Seitenanfang

Bildbeschreibung6
Mit mehreren Hunden ist gemeinsam unterwegs noch besser ! zum Seitenanfang


Balance auf kleinem "Raum" zum Seitenanfang


Über Gräben im Schnee zum Seitenanfang

Nasenarbeit / Schnüffelspaß

Es geht mir dabei vordergründig nicht um professionelle Fährtenarbeit. Wer das will muß sich intensiv mit der Materie beschäftigen und braucht professionellen Rat und Tat. Bitte daran denken, daß auch eine solche Ausbildung gewaltfrei abläuft. Nasenarbeit ist einfach toll für unsere Hunde, weil es die ureigenen Sinne fordert und fördert. Wer einmal Nasenarbeit gemacht hat,  weiß wie aufregend und spannend unsere Hunde das finden.

Mir geht es hier allein um den Schnüffelspaß für unsere Hunde im Rahmen der gemeinsamen Aktivitäten.

  • Das ist Leckerli verstecken am Ort Eurer Wahl.
  • Suchen im Dunkeln, unter Decken, in einer Kiste, auf einer gelegten Spur, nach Spielzeug usw. usw.
  • Etwas Fortgeschrittene können dann Flächensuche, Suche nach Gegenständen (Verloren-gefunden) versuchen. Auch eine Schleiffährte kann gelegt werden (ein Stück Wurst oder z.B. Pfannkuchen hinter sich herziehen) und dann finden lassen. Oder Fährtensuche zum Vergnügen aller.
  • Hochinteressant sind auch Geruchsunterscheidungen, um bestimmte Stoffe zu finden.

Dieser Beitrag soll keine Anleitung sein, wie man so etwas angeht und mit dem Hund erlernt, sondern nur eine Anregung welche Möglichkeiten gegeben sind. Wer einmal damit anfängt, wird fasziniert sein und der Hund - auch und gerade der alte Hund - wird es Euch danken. zum Seitenanfang

Spiele im Garten

Auf dieser Homepage seht Ihr u.a. einen Betrag unter dem Titel: Doro’s Garten. Darauf möchte ich an dieser Stelle nochmals verweisen. Mein Gartenparcours, den ich für meinen Hund errichtet habe, besteht aus vielen Komponenten:

  • Labyrinth
  • Leiter
  • Reifen
  • Stern
  • Wippe
  • Laufsteg
  • A-Wand
  • Slalom
  • Hürden
  • Ring 
  • Tunnel

Das Tolle daran ist, daß man vieles davon selbst basteln kann. Bevor ich auf die einzelnen Komponenten eingehe, möchte ich die Frage klären:

  • Warum macht man so etwas ?
  • Reichen einfache Spiele mit dem Hund wie Stöckchen werfen, Reiß-, Zerr- und Ballspiele nicht aus ?

Diese Spiele werdet ihr bei mir nicht besonders erläutert vorfinden, weil sie Verhalten bestärken, das ich persönlich nicht weiter verstärken will. Die Spiele, die ich Euch näher bringen will, könnte man auch als Gesundheitsspiele bezeichnen (je nachdem wie man Gesundheit definieren will). Sie fordern und fördern Geist und Körper. Das bringt dem "braven und lieben" Hund sehr viel, aber ist erst recht ganz wichtig und unabdingbar für den "Problemhund".

Zunächst ein paar Grundsätzlichkeiten:

Viele haben schon von TTEAM-Bodenarbeit gehört. Sinn dieser Übungen sind neben der Entspannung auch das Vermitteln eines Körpergefühls und das Vermitteln von Balance. Balance ist sehr wichtig, weil damit richtige Bewegungsmuster gefördert werden. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf sehr gute Literatur von Linda Tellington Jones.

Nun zu den "Geräten" im einzelnen:

Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen:

Bildbeschreibung9

Labyrinth

Das Labyrinth kann man wirklich mit Balken oder Wasserrohren aus Hartplastik selbst zusammenbauen und ist ganz einfach. 

Ungefähre Größe 3,50 m x 3,50 m. Ich habe dabei in meinem Garten Holzbalken von 9x9 cm Dicke einfach auf den Boden gelegt.

Sinn des Labyrinths ist nun, den Hund in guter Körperbalance durch das Labyrinth zu führen.

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Leiter

Auch die Leiter wurde aus Abfallhölzern (Dachlatten) erstellt. Der Hund sollte langsam in Balance durch die Leiter gehen und immer genau in die Zwischenräume treten.

Der Schwierigkeitsgrad kann erhöht werden, wenn unter der Leiter eine Plastikfolie (aufgeschnittener Müllsack oder Luftpolsterfolie gelegt wird.)

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Reifen

Einfacher geht's nicht: ausgediente Autoreifen auf dem Bogen anordnen und mit dem Hund langsam durchschreiten (ähnlich wie bei Leiter und Labyrinth).

Man kann auch ein kleines Suchspiel machen und Leckerli in der Innenseite der Reifen verstecken.

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Stern
  • Kann man leicht selber machen:
  • Eimer umgestürzt
  • Löcher in die Seitenwände schneiden
  • oben auf dem Eimerboden kleine Halterungen basteln und die Stangen auflegen bzw. in die Löcher schieben, so daß sie locker aufliegen können.

Der Stern wird ähnlich wie bei Leiter und Labyrint langsam kreisrund abgegangen, wobei über die einzelnen Stangen langsam hinübergegangen wird (Fuß für Fuß).

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Wippe

Die Wippe ist ebenfalls Eigenbau. Man braucht ein großes stabiles Brett, einen abgesägten, relativ gleichmäßigen Baumstamm und mehrere stabile eiserne Winkeleisen. Der Rest ist einfach: siehe Zeichnung.

 

Der Hund soll nun langsam über die Wippe gehen, in der Mitte kurz verharren und langsam weitergehen, damit sich die Wippe senkt. Fördert die Balance und das Selbstbewußtsein.

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Laufsteg

In meinem Garten ist es Marke Eigenbau - eine alte Metallleiter diente als Grundgerüst. Das Grundgerüst wurde mit Holz verkleidet. Der Auf- und Abgang wurde mit Scharnieren befestigt. Achtung: Gewährleisten, daß das Gerät absolut sicher steht.

Das Zauberwort heißt auch hier: Laaaaangsam !

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A-Wand

Auch hier Marke Eigenbau. Der sichere Stand muß unbedingt gewährleistet sein. Nicht benützen, bei Nässe oder Eis und Schnee. Laaaaangsam !

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Slalom

Einfach Stangen irgendwelcher Art in den Boden stecken. Fertig.

Slalom nicht zu eng stecken. Der Hund sollte sich nicht "verdrehen" müssen.

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Hürden

Die Hürden wurden preiswert bei ebay ersteigert. Selbstmachen ist aber genauso einfach. Darauf achten, daß die Querstange nur locker aufliegt und somit sofort bei Berührung herabfallen kann, um Verletzungen zu vermeiden. Die Querstangen sollten aus ganz leichtem weichem Holz sein.

Bei hohen Hürden soll der Hund unten durch gehen, bei tiefen Hürden oben drüber springen. Also: es geht "drunter und drüber".

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Ring

Ebenfalls preiswert ersteigert. Der Ring kann auch ein alter Autoreifen sein. Die Befestigung muß dann eben stabiler sein.

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Tunnel

Der Tunnel war die einzige teurere Investition; aber trotzdem noch preiswert.

Der Tunnel läßt sich auch als "Kurve" aufbauen. Die Schwieirgkeit wird damit erhöht, weil der Hund das Ende des Tunnels nicht sehen kann. Diese Übung stärkt das Selbstbewußtsein.

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Nach den Spielen im Garten, nun Spielen im Haus:

Beschäftigung zu Hause

Die Beschäftigung mit Hunden wird häufig mit besonders langen Spaziergängen, gemeinsamen Jogging- oder Fahrradtouren oder Hundesport gleichgesetzt.

Viele Menschen (und auch Hunde) denken dabei an das Werfen und Jagen von Bällchen und anderen "Wurgeschossen". Nicht immer ist es aber die körperliche Betätigung, die uns einen ausgeglichenen Hausgenossen beschert. Manche Hunde drehen durch zu viel ACTION erst richtig auf. Andere sind durch Alter, Krankheit oder Größe, kaum in der Lage sich sportlich zu betätigen.

Kein Problem !

Eine gesunde Mischung aus Gehinrjogging - Bewegung - und Koordinationsspielen muß es sein. Dies ist für jedem Hund wichtig, aber gerade dem Hundesenior könnt Ihr somit erst recht etwas bieten !!!

Was lernen die Hunde:

  • konzentriertes Arbeiten
  • Selbstsicherheit
  • Selbstvertrauen
  • Gelassenheit
  • Problemverhalten wird weniger gezeigt
  • Motivation
  • Beziehung wird positiver
  • Kommunikation wird verbessert
  • Aufmerksamkeit wird gestärkt.

Es gibt mittlerweile von verschiedenen Anbietern schöne, stabile und interessante Spiele für den Hund. Bekannt sind die Spiele der schwedischen Herstellerin Nina Ottosson. Ich verweise an dieser Stelle auf die Bilder auf meiner Homepageseite (Doro's Freund Arco). Wichtig ist die jeweilige Spielanleitung genau zu beachten und den Hund nicht unbeaufsichtigt mit dem Spiel zu lassen. zum Seitenanfang

Kong

Ein tolles Hundespielzeug ist auch der Kong. Man kann mit ihm nicht nur Werfen, sondern man kann den Kong auch Füllen und als Kongfütterung einen ganz besonderen Futterspaß dem Hund bieten.

Im Internet gibt es eine Fülle von Vorschlägen der Füllung, Rezepte und Rezeptideen. Der Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Die Handhabung ist ganz einfach: Der Kong wird mit verschiedenem Futter gefüllt und gestopft. Die Aufgabe des Hundes ist, das Futter aus dem Kong zu bekommen, auch wenn es noch so klemmt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Hunde das schaffen.

Wichtig ist, den Original Kong und die richtige Größe des Kongs je nach Hund zu verwenden. Der Kong muß so groß sein, daß ihn der Hund nicht verschlucken kann.

Die Vorteile einer Kongfütterung sind vielfältig. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Zeitdauer. Es kann schon 30 Minuten oder länger dauern, bis der Hund alles aus dem Kong herausgebracht hat. In dieser Zeit ist der Hund voll beschäftigt. Auch ein sonst unruhiger Hund wird hierbei ruhiger.  zum Seitenanfang

Schlußworte

Naturgemäß ist dies eine sehr allgemeine und stark verkürzte Darstellung des Themas. Der Praxiseinsatz ist sehr oft neben rassenspezifischen Besonderheiten auch vom Gesundheitszustand des Hundes oder auch vom Alter des Hundes abhängig.

Bitte im Interesse Eures Hundes genau prüfen, was möglich ist.

Der Grundsatz: weniger ist mehr ist auch hier der richtige Ansatz.

Ich wünsche allen´Hundehaltern viel Freude und Spaß bei der sinnvollen Beschäftigung mit dem Hund, und ich freue mich mit Euch für das wundervolle Gefühl, eine starke Bindung genießen zu können.

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